Effektivzins, Geschäftsfähigkeit, Pönale und Co. sind Begriffe, die viele zum ersten Mal hören, wenn es um die Finanzierung eines neuen Autos, der Küchenrenovierung oder der Hochzeitsreise geht. Die Bedeutung dieser (teils recht sperrigen) Begriffe zu kennen, ist allerdings sehr wichtig, um kluge Entscheidungen zu treffen. Aus diesem Grund haben wir die relevantesten Finanz-Vokabeln zusammengesucht.

Annuität

Wird im allgemeinen Sprachgebrauch auch als Kreditrate bezeichnet. Die Annuität bezeichnet somit den Betrag, der regelmäßig (in den meisten Fällen monatlich) an den Kreditgeber zurückgezahlt wird. Sie besteht aus zwei Teilen: Den Zinsen und dem Tilgungsanteil – also jenem Anteil, mit dem die Kreditschuld tatsächlich zurückgezahlt wird. Wichtig ist hierbei: Der Betrag der Annuität bleibt über die Kreditlaufzeit immer gleich. 

Außenstand

Auch Forderung oder Anspruch genannt. Bezeichnet den Betrag, der zu zahlen ist.

Bankgarantie

Im Rahmen einer Zahlung kann bei der Bank eine Bankgarantie angefragt werden. Das bedeutet, dass die Bank verspricht eine gewisse Summe an den Zahlungsempfänger auszuhändigen, sollte der Zahlungspflichtige eben diesen Betrag nicht aufbringen können. Die Bank übernimmt damit die finanzielle Absicherung des Schuldners gegenüber dem Begünstigten. Sollte die Bank den vereinbarten Betrag tatsächlich auszahlen, muss der Schuldner die Summe daraufhin an die Bank zurückzahlen.

Bonität

Ein Wert, der angibt, ob Sie die Voraussetzungen für einen Kredit erfüllen und den Kreditbetrag wie geplant zurückzahlen können. Er setzt sich aus der Kreditwürdigkeit und der Kreditfähigkeit zusammen. Jede Bank überprüft diesen Wert, bevor sie einen Kredit genehmigt.  So sichern sich Kreditgeber beispielsweise gegen Zahlungsausfälle ab. Je besser das Ergebnis ist, desto besser stehen Ihre Chancen auf gute Konditionen. 

Darlehen

Wird oft mit Kredit gleichgesetzt, es gibt allerdings einen kleinen Unterschied: Bei einem Darlehen kommt der Vertrag erst zustande, wenn der vereinbarte Geldbetrag tatsächlich ausbezahlt wird (Realvertrag). Ein Kreditvertrag tritt hingegen bereits in Kraft, wenn das Angebot des Kreditgebers auch durch den Kreditnehmer angenommen wird – z. B. durch das Unterschreiben des Vertrags (Konsensualvertrag). Zu diesem Zeitpunkt muss noch kein Geld ausbezahlt worden sein, das Schuldverhältnis besteht allerdings bereits.  

Dispositionskredit

Wird auch Kontoüberziehungsrahmen genannt. Disposition bedeutet „zur freien Verwendung“ und bezeichnet einen bestimmten Betrag, mit dem man das Konto regelmäßig belasten kann. Es handelt sich somit um einen Kreditrahmen, der immer wieder genutzt werden kann - von Privatpersonen und Unternehmen. Geht es um den Überziehungsrahmen von Unternehmen ist oft von einem Zwischenkredit oder Kontokorrentkredit die Rede. Diese Art von Kredit eignet sich beispielsweise bei kurzfristigen finanziellen Engpässen. Es fallen dabei allerdings zumeist empfindliche Mehrkosten an.

Effektivzinssatz

Der Effektivzinssatz wird auch effektiver Jahreszins(-satz) genannt und in Prozent angegeben. Er bezeichnet die tatsächlichen, jährlichen Gesamtkosten für einen Kredit. Das bedeutet, dass er sich aus dem Soll- oder Nominalzinssatz und den Nebenkosten zusammensetzt. Zu den Nebenkosten zählen beispielsweise Bearbeitungsgebühren, Provisionen und Spesen. Auch die Laufzeit eines Kredits wirkt sich auf den Effektivzinssatz aus. Er gibt somit den tatsächlichen Preis für einen Kredit pro Jahr an und fällt immer höher aus als der Nominalzinssatz. Kreditgeber müssen die effektiven Zinsen verpflichtend angeben. Sehen Sie sich diesen Wert somit immer genau an. 

EURIBOR

Kurz für „EURo InterBank Offered Rate“. Dabei handelt es sich um einen Durchschnittswert aus allen Zinssätzen, zu denen bestimmte europäische Banken für einen festgelegten Zeitraum (max. 12 Monate) Euro-Kredite anbieten. Welche Banken an diesem Prozess teilnehmen dürfen, entscheidet die Europäische Bankenvereinigung. Viele Banken verwenden diese Durchschnittswerte als Anhaltspunkt bzw. Leitzins, um die variablen Zinsen für ihre Kreditangebote zu berechnen.

Fälligkeit

Der Zeitpunkt, an dem ein Kredit bzw. eine Kreditrate zurückbezahlt werden muss. Wann das genau ist, wird im Kreditvertrag festgelegt. Fehlt ein Fälligkeitszeitpunkt, kann der vereinbarte Betrag jederzeit „fällig gestellt“, also zurückverlangt werden.

Fixe Zinsen

Ein Fixzinssatz bedeutet, dass die Zinsen eines Kredits auf eine vertraglich vereinbarte Zeitspanne unverändert bleiben. Sollte das durchschnittliche Zinsniveau während dieser Zeit steigen, bleiben die Zinsen für die Finanzierung unverändert. Allerdings profitieren Sie mit einem Fixzinssatz auch nicht von einem fallenden Zinsniveau, weil dies ebenfalls keinen Einfluss auf die Kreditzinsen hat. 

Geschäftsfähigkeit

Definiert, ob einer Person durch eigenständiges Handeln Rechte erwerben und Verpflichtungen eingehen kann. Auch das Aufnehmen eines Kredits setzt eine entsprechende Geschäftsfähigkeit voraus. Ob eine Person geschäftsfähig ist, hängt vom Alter (mind. 18 Jahre) und der geistigen Verfassung ab. 

Gläubiger/-in

Wer aufgrund eines Gesetzes oder Vertrages von jemand anderem Geld, Produkte oder Leistungen fordern darf, wird Gläubiger genannt. Dabei kann es sich um eine Privatperson oder ein Unternehmen handeln. Wenn jemand einen Kredit bei einer Bank aufnimmt, kann diese als Gläubiger fordern, dass der Schuldner die vereinbarten Kreditraten pünktlich zurückzahlt. 

Haftung

Wer einen Vertrag unterschreibt, verspricht damit die Vertragsbedingungen auch wie ausgemacht zu erfüllen. Bei einem Kreditvertrag heißt das beispielsweise, dass die Kreditraten auch tatsächlich wie vereinbart zurückgezahlt werden müssen. Kann der Kreditnehmer einmal nicht zahlen, muss ein sogenannter Bürge als Haftender einspringen.

Kredit

Bezeichnet einen bestimmten Geldbetrag, den Sie sich für eine bestimmte Zeit z. B. von einer Bank ausleihen. Dieser Betrag muss bis zu einem festgesetzten Zeitpunkt wieder vollständig an den Kreditgeber zurückbezahlt werden. Das passiert zumeist in monatlichen Kreditraten. 

Kreditfähigkeit

Bedeutet, dass der Kreditnehmer rechtswirksam Kreditverträge abschließen darf. Siehe auch Geschäftsfähigkeit.

Kreditvermittlung

Ein Kreditvermittler kümmert sich um die Auswahl eines passenden Kredites. In der Regel arbeiten diese Vermittler mit verschiedenen Banken zusammen und bieten deren Produkte an. So erhalten Kreditnehmer einen umfassenden Überblick über alle Angebote. Banken hingegen können ihren Kundenkreis erweitern. Um den optimalen Kredit zu finden, ist es wichtig, dass Interessierte ihre persönlichen Daten vollständig und wahrheitsgetreu angeben.

Kreditvertrag

Ein Kreditvertrag beinhaltet alle wichtigen Informationen, Rahmenbedingungen und vereinbarten Leistungen eines Kredits. Stimmen der Kreditgeber und der Kreditnehmer diesen Konditionen zu, wird der Vertrag wirksam. Es handelt sich hier um einen „Konsensualvertrag“. Das bedeutet, dass bereits durch die Zusage (z. B. durch die Unterschrift) ein aktives Schuldverhältnis besteht. Der vereinbarte Geldbetrag muss zu diesem Zeitpunkt noch nicht übergeben worden sein.

Kreditwürdigkeit

Beschreibt die Wahrscheinlichkeit, dass ein Kreditnehmer während der gesamten Kreditlaufzeit zahlungsfähig bleibt. Je höher dieser Wert ist, umso eher kann die Bank oder der Kreditgeber sicher gehen, dass der gesamte Kreditbetrag rechtzeitig zurückbezahlt wird. Dabei spielen vor allem das Einkommen, die Geschäfts- und Zahlungsmoral, aber auch die soziale Lage eine Rolle. 

Leasing

Beim Leasing können bewegliche Sachen, wie z. B. Fahrzeuge oder Maschinen, aber auch unbewegliche Sachen wie Gebäude für eine bestimmte Zeit lang gemietet werden. Das bedeutet, dass die erworbenen Produkte zwar wie vereinbart genutzt werden können, der Leasinggeber bleibt aber weiterhin der Eigentümer. Je nach Art des Leasings muss das Objekt nach Ablauf der Zeit zurückgegeben oder der Leasingvertrag verlängert werden. In manchen Fällen ist es auch möglich das Leasingobjekt zu kaufen. 

Limit

Auch „Kreditrahmen“ genannt. Bezeichnet den höchstmöglichen Geldbetrag, den Sie sich von einem Kreditgeber ausleihen können. 

Mahnung

Mit einer Mahnung oder Zahlungserinnerung werden Schuldner dazu aufgefordert, überfällige Rechnungen oder Kreditraten zu zahlen.

Nominalzinssatz

Auch Sollzinssatz genannt. Er zeigt den „Einkaufspreis“ für einen Geldbetrag, den Sie sich ausleihen wollen, an. Im Gegensatz zum Effektivzinssatz beinhaltet er jedoch keine Nebenkosten. Da diese jedoch einen wesentlichen Einfluss auf den Gesamtbetrag haben, den Sie tatsächlich zahlen müssen, lohnt es sich hier genauer hinzusehen. 

Pfändbarer Bezugsteil

Bezeichnet jenen Teil des Gehalts bzw. des Lohns, der bei einer Gehaltsexekutionen gepfändet werden kann. Für die Berechnung dieses Anteils werden Ausgaben wie Alimente, Kreditraten u. ä. vom Gesamteinkommen abgezogen. 

Pönale

Oder auch „Vorfälligkeitsentschädigung“. Eine Art Strafzahlung, wenn Kredite vorzeitig gekündigt werden oder eine Sondertilgung getätigt wird. Da der Bank durch die vorzeitige Rückzahlung des Kreditbetrags Zinseinnahmen entgehen, sichert sie sich oft durch so eine „Schadenersatzzahlung“ ab. 

Ratenvereinbarung

Bedeutet, dass ein Gesamtbetrag (z. B. Kaufpreis eines TV-Geräts) in Teilbeträgen zurückgezahlt wird. Mittlerweile bieten viele Händler und Onlineshops diese Zahlungsweise an. Hier sollte jedoch immer auf die konkreten Konditionen geachtet werden. Zumeist sind die Zinsen, die durch die Ratenzahlung anfallen sehr hoch.

Sollzinssatz

Werden auch als „Nominalzinsen“ bezeichnet. Das ist der Preis, den Sie für den ausgeliehenen Geldbetrag zahlen müssen. 

Stundung

Bezeichnet die Verschiebung der Fälligkeit bzw. des Zahlungszeitpunkts. Der Kreditgeber stimmt zu, dass der Kreditnehmer den vereinbarten (Teil-)Betrag zu einem späteren Zeitpunkt zurückzahlen kann. Stundungen empfehlen sich vor allem bei kurzfristigen Zahlungsproblemen.

Tilgung

Beschreibt den Betrag, der regelmäßig (meist monatlich) dazu verwendet wird, um die Kreditschulden zurückzuzahlen. Gemeinsam mit den Zinsen bildet dieser Betrag die (monatliche) Kreditrate. Wie hoch diese letztendlich ist, hängt von der ausgeliehenen Kreditsumme, der Laufzeit und dem Sollzinssatz ab. Neben den regelmäßigen Ratenzahlungen gibt es auch Sondertilgungen, also außerordentliche Rückzahlungen eines Kredits. 

Tilgungsplan

Der Tilgungsplan gibt einen Gesamtüberblick über den Verlauf der Finanzierung. Hier wird ersichtlich, wann wie viel vom Kredit zurückbezahlt wird. Er enthält detaillierte Informationen zur Gesamtsumme, dem konkreten Zinssatz, der Finanzierungsdauer und weiteren Parametern. 

Umschuldung

Wenn ein laufender Konsumkredit früher als geplant zurückgezahlt wird, spricht man von einer vorzeitigen Tilgung. Passiert diese Rückzahlung durch die Aufnahme eines neuen Kredits, handelt es sich um eine Umschuldung. Die Kreditschuld (eines oder mehrere Kredite) wird somit durch einen neuen Kredit abgelöst. Das Ziel dahinter: die monatliche Ratenzahlung senken und Geld sparen.

Variable Zinsen / flexibler Zinssatz

Ein flexibler Zinssatz verändert sich laufend. Im Gegensatz zum Fixzinssatz passen sich flexible Zinsen an die aktuellen Marktverhältnisse an. Wer mit dem Kreditgeber variable Zinsen vereinbart, profitiert somit vor allem in Zeiten eines niedrigen Zinsniveaus. 

Verjährung

Jeder Anspruch auf einen Geldbetrag kann „ablaufen“. Verjährung bedeutet somit, dass der Gläubiger nach Ablauf eines gesetzlich definierten Zeitraums den Anspruch auf eine Forderung vom Schuldner verliert. Das bedeutet nicht, dass die Schuld nicht mehr besteht, sondern dass der Gläubiger die Forderung nicht mehr gerichtlich geltend machen kann.

Zahlungsverzug

Wer Kreditraten nicht zum vereinbarten Zeitpunkt leistet, gerät in Zahlungsverzug. Das kann Verzugszinsen, aber auch rechtliche Schwierigkeiten zur Folge haben. 

Zinsen

Kredite sind immer mit Mehrkosten verbunden. Der „Preis für das Ausborgen eines Geldbetrags“ wird „Zins“ genannt. Zinsen sind somit die Gegenleistung für die Zurverfügungstellung von Kapital.

Zinseszinsen

Wer Geld auf ein Konto legt, erhält dafür Zinsen von der Bank – quasi als Preis dafür, dass sich die Bank das Geld ausborgen darf. Verbleibt dieser zusätzliche Betrag am Konto, wird er zur Gesamtsumme dazugerechnet. Werden (meist im darauffolgenden Jahr) wieder Zinsen gutgeschrieben, erhalten Kontoinhaber nicht nur Zinsen auf den ursprünglich eingezahlten Geld-, sondern auch auf den dazugekommenen Zinsbetrag. Der Zugewinn durch Zinsen steigt somit kontinuierlich an und wird als Zinseszins-Effekt bezeichnet. 

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